"Blöde Mütze!" gewinnt Drehbuchpreis "Kindertiger"

03.12.2008 | Potsdam
Das Drehbuch zu dem Film "Blöde Mütze" von Johannes Schmid und Michael Demuth ist der Gewinner des erstmals von VISION KINO und KI.KA verliehenen Drehbuchpreises "Kindertiger", der am Mittwoch in Berlin überreicht wurde.

Vor 350 geladenen Gästen nahm Autor Michael Demuth den mit 25.000 Euro dotierten Preis von Frank Völkert, dem stellvertretenden Vorstand der Filmförderungsanstalt, die den Preis stiftet, entgegen. Eine Kinderjury, die sich beim KI.KA für diese Arbeit qualifizieren musste, hatte aus drei nominierten Drehbüchern den Gewinner gekürt. In ihrer Begründung betonten die fünf Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren, dass in dem Drehbuch die Lebenswelt von Kindern bzw. Jugendlichen im Mittelpunkt stünden. Die Handlungen und vor allem auch die Sprache der Protagonisten seien klar nachvollziehbar und so ähnlich auch auf den Schulhöfen zu hören und zu erleben. Zuvor war im Rahmen der feierlichen Veranstaltung im Kino Arsenal in Berlin der "Kongress Vision Kino 08" durch Staatsminister Bernd Neumann, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, eröffnet worden. Frank Völkert hob in seiner Begrüßung "die Bedeutung der Medienpädagogik und filmkulturellen Bildung - und damit auch den Auftrag von Vision Kino - in unserer heutigen Gesellschaft" hervor. Auch unter diesem Aspekt sei es sehr erfreulich, dass die in der FFA geborene Idee, einen Kinderdrehbuchpreis ins Leben zu rufen, "schnell und überall auf Begeisterung gestoßen ist". Um den Kindertiger konnten sich Drehbücher bewerben, die als Vorlage für einen Kinderfilm dienten, der bereits verfilmt und im Kino aufgeführt wurde. Aus allen Einreichungen nominierte ein Expertengremium neben dem Drehbuch zu "Blöde Mütze!" ebenfalls die Bücher zu den Filmen "Max Minsky und ich" von Holly-Jane Rahlens sowie "Die drei Räuber" von Achim und Bettine von Borries. Im KI.KA wird der Gewinner des "Kindertigers" am 7. Dezember um 10:30 Uhr im Kinomagazin TRICKBOXX.Kino! noch einmal gewürdigt. Juri Tetzlaff, der auch die gestrige Preisverleihung moderierte, stellt "Blöde Mütze" und die Arbeit der fünfköpfigen Kinderjury in der Sendung vor. Begründung der Kinderjury Wenn man nach dem Lesen eines Drehbuchs große Lust hat, nun auch den Film zu sehen, ist dem Autor etwas Tolles gelungen: nämlich eine Geschichte, die berührt und die Lust auf mehr macht. Die Bilder, die beim Lesen im Kopf entstanden sind, will man auch auf der Leinwand sehen. Besonders wenn es dabei um Figuren geht, mit denen man sich gut identifizieren kann und an deren Erlebnissen man gerne Anteil nimmt. Die drei Helden in dieser Geschichte können unterschiedlicher nicht sein und finden doch schließlich zusammen. Es geht um Freundschaft, unerfüllte Liebe, um’s Erwachsenwerden, um Individualität, um Träume und Fantasien, um Pünktchenkrankheiten und eine Sonnenölfrau. Martin, der Neue mit der "blöden Mütze", einer Vorliebe für Fische und Angst vorm Wasser verliebt sich ausgerechnet in Silke, die Freundin des obercoolen Olivers. Der wiederum tut nur so lässig und hat in Wahrheit eine Menge Probleme. Silke wiederum weiß nicht so recht und findet beide nett. Im Laufe der Geschichte wachsen die drei aneinander und über sich hinaus und wir dürfen sie ein Stück dabei begleiten. Das Ende bleibt offen und ist gerade deshalb so schön: Wir können weiterdenken und unsere Fantasie wird angeregt. Das Drehbuch hat uns begeistert und mitgerissen. Die Figuren sind sympathisch und nachvollziehbar in ihren Handlungen und vor allem in ihrer Sprache, die so ähnlich auch auf unseren Schulhöfen zu hören ist. Wir finden die Konflikte, die Martin, Oliver und Silke zu lösen haben, spannend und aus dem Leben gegriffen und die Beschreibung der Charaktere zu Beginn des Drehbuchs hat uns besonders gut gefallen. Die einzelnen Bilder sind gut als Filmszenen vorstellbar und die Orte an denen das Geschehen spielt, interessant. Der Focus der Geschichte liegt immer bei den Kindern, bzw. Jugendlichen. Sie stehen im Mittelpunkt und erleben die Welt der Erwachsenen oft genug als verwirrend und ungerecht. Das offene Ende lässt hoffen, dass die drei es mal anders und vielleicht sogar besser machen werden. Der Kindertiger 2008 geht an das Drehbuch "Blöde Mütze" von Johannes Schmid und Michael Demuth und wir würden uns freuen, noch viele schöne Drehbücher und Filme von den beiden zu lesen, bzw. im Kino zu sehen.

Quelle: Pressemeldung Greater Union Filmpalast GmbH

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