Das große Tennis-ABC
H wie Heiratsantrag
Wimbledon-Halbfinale 1996: Die damals 27jährige Steffi Graf lag gegen Kimiko Date aus Japan bereits mit 1:0-Sätzen in Führung, als ihr im zweiten Durchgang des Matches ein Fan lautstark seine Liebe gestand: "Steffi, willst du mich heiraten?" Die ehemalige Nummer eins der Welt konterte: "Wie viel Geld hast du denn?" Das Publikum amüsierte sich prächtig, doch die gebürtige Baden-Württembergerin war wohl etwas irritiert, denn sie verlor das nächste Spiel. Auf die Frage, wie ihr der Heiratsantrag gefallen habe, antwortete Graf am nächsten Tag: "Ich habe das nächste Spiel verloren. Also reiche ich sofort wieder die Scheidung ein!" Trotz vorzeitigem Ehe-Aus gewann die deutsche Ausnahmespielerin zwei Tage später das Traditionsturnier in London zum siebten und letzten Mal in ihrer Karriere.
I wie Ich mag Steffi
Das man seine Zuneigung zu der 22fachen Grand Slam Siegerin auch anders zum Ausdruck bringen kann, bewies Guildo Horn im Jahr 1994. Mit dem Titel "Ich mag Steffi Graf" brachte der Schlägersänger eine Lobeshymne auf die deutsche Ausnahmespielerin heraus, die ihm bei seinem ersten Auftritt in der ZDF-Hitparade den dritten Platz bescherte. Zu der Melodie von "How Deep Is Your Love" von den Bee Gees trällerte Guildo Horn folgende Zeilen:
Ich mag Steffi Graf
Ich mag Steffi, Ich mag Steffi,
Tennis vom andern Stern.
Schon allein wie sie die Vorhand schlägt,
ob longline, ob cross,
das ist schöner als Musik,
ich hab unsre Steffi lieb!
J wie Jeff Tarango
Der ehemalige US-amerikanische Tennisprofi Jeffrey Gail Tarango ist der Tenniswelt nicht so sehr durch seine spielerischen Leistungen als vielmehr durch den größten Skandal in der Grand Slam Geschichte in Erinnerung geblieben. Bei der Wimbledon-Partie gegen den Kölner Alexander Mronz im Jahr 1995 beschimpfte der heute 41jährige aufgrund einer vermeintlichen Fehlentscheidung den französischen Schiedsrichter Bruno Rebeuh als "korruptesten Offiziellen im Tennis" und verließ beim Stand von 6:7 (6:8), 1:3 wutentbrannt den Platz. Doch damit nicht genug: Nach der Disqualifikation Tarangos verpasste dessen Ehefrau Benedicte dem Unparteiischen in den Katakomben noch zwei schallende Ohrfeigen. Tarango wurde für zwei Grand Slams sowie für das nächste Wimbledon-Turnier gesperrt und musste 17.500 Pfund Strafe zahlen.
K wie Kampfgeist
Mit unermüdlichem Kampfgeist und starkem Siegeswillen spielte sich Michael Chang bei den French Open 1989 in die Elite der internationalen Profispieler. In einem legendären Achtelfinalmatch gegen den Tschechen Ivan Lendl wurde der erst 17jährige US-Amerikaner von so starken Krämpfen geplagt, dass er mehrmals am Rande einer Aufgabe war. Chang lag nahezu bewusstlos auf dem Platz und schnappte mit weit aufgerissenem Mund nach Luft. Trotz eines 0:2-Satzrückstands kämpfte sich der Sohn taiwanesischer Einwanderer zurück und brachte Lendl mit Aufschlägen von unten und Mondbällen völlig aus dem Rhythmus. Nach vier Stunden und 43 Minuten gewann der Außenseiter Chang mit 4:6, 4:6, 6:3, 6:3, 6:3 nicht nur das Achtelfinale, sondern wenige Tage später auch den ersten und einzigen Grand Slam Titel seiner Karriere.
Dass auch Chang-Landsmann Pete Sampras hart im Nehmen war, demonstrierte er 1996 im Viertelfinale der US Open. Als das Match gegen den Spanier Alex Corretja nach einer Spielzeit von vier Stunden in den Tiebreak des fünften Satzes ging, war der US-Amerikaner nicht nur vollkommen erschöpft und dehydriert, er hatte außerdem mit Übelkeit zu kämpfen. Bei 1:1 ging Sampras an den Rand des Platzes, übergab sich und kassierte vom Stuhlschiedsrichter eine Verwarnung wegen Spielverzögerung. Obwohl sich der Weltranglisten-Erste kaum auf den Beinen halten konnte, kämpfte er weiter. Nachdem Sampras bei 7:7 seinen ersten Aufschlag mit gerade mal 123 km/h verschlagen hatte, überraschte er seinen Gegner mit einem platzierten und 145 km/h schnellen zweiten Aufschlag. Ass! Corretja war so beeindruckt, dass er anschließend einen Doppelfehler servierte und Sampras den Sieg überließ.
L wie Liebelei
Die ehemalige schweizerische Tennisspielerin Martina Hingis ist berüchtigt für ihren Männer-Verschleiß. Erst im März dieses Jahres trennte sich die frühere Weltranglisten-Erste nur sechs Wochen nach ihrer medienwirksamen Verlobung von dem Züricher Anwalt Andreas Bieri. Zuvor waren es vor allem Tennisprofis, die von der gebürtigen Slowakin gejagt wurden, aber auch Golfspieler und Fußballer waren mit dabei. Kurios ist, dass die meisten ihrer Eroberungen nach dem Liebes-Aus geradezu vom Pech verfolgt wurden, so dass Hingis vom amerikanischen Magazin "Tennis" schon als "schwarze Witwe" bezeichnet wurde. Nachwuchstalent Julian Alonso verschwand nach dem Ende der Beziehung ebenso von der Tour wie der Schwede Magnus Norman, der sich mit einer Hüftverletzung verabschieden musste. Der US-Amerikaner Justin Gimelstob erkrankte an chronischen Rückenbeschwerden und auch vor dem tschechischen Profi Radek Stepanek machte der "Hingis-Fluch" nicht halt. Nachdem er seine Freundin zuerst noch aufopferungsvoll vor den Medien in Schutz genommen hatte, verletzte er sich erst am Rücken und machte dann mit der jüngsten Grand Slam Gewinnerin aller Zeiten Schluss. Außerdem wäre da noch Alexander Onischenko. Der ukrainische Milliardär fand sich 2007 während seiner Liaison mit der Schweizerin plötzlich in Untersuchungshaft wieder.
M wie Mandarine
Der slowakische Tennisspieler Dominik Hrbaty ist vielleicht ein Früchtchen. Bei seiner Einreise nach Neuseeland im Januar 2005 versuchte die ehemalige Nummer 12 der Welt doch glatt, zwei Mandarinen in seinem Handgepäck mitzuschmuggeln. Und das, obwohl die Einfuhr von frischen, verderblichen Lebensmitteln in den Inselstaat grundsätzlich verboten ist. Doch der heute 32jährige hatte die Rechnung ohne die Zollbeamten am Flughafen in Auckland gemacht. Hrbaty musste eine Strafe von 139 Dollar zahlen und die Zitrusfrüchte vor den strengen Augen der Ordnungshüter entsorgen
Quelle: Pressemeldung Deutscher Tennis Bund e.V. (DTB)
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