Umfrage: Banken drehen Mittelstand Kredithahn zu

19.05.2010 | Berlin
Jeder zweite mittelständische Unternehmer hat mit seinem Kreditinstitut in den letzten zwölf Monaten negative Erfahrungen gemacht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, heute vorgestellt hat.

"Mit ihrer restriktiven Kreditpolitik verschärfen die Banken den akuten Liquiditätsmangel der Betriebe noch." Umso wichtiger sei eine steuerliche Entlastung der Betriebe. Hier stehe die Politik nach wie vor in der Pflicht.

Konkret beklagen die rund 1.300 befragten Unternehmer, dass die Banken mehr Sicherheiten für Kredite verlangen (47,3 Prozent), weniger Neukredite anbieten (42 Prozent), die Informationspflichten verschärft (41,5 Prozent) und die Zinsmarge erhöht haben (41,4 Prozent). Das sei ein niederschmetterndes Ergebnis, so Ohoven:"Die Banken wurden vor zwei Jahren gerettet, um die Wirtschaft weiter finanzieren zu können. Im Ergebnis hat die Hälfte der Unternehmen heute massive Finanzierungsprobleme."

Es sei angesichts der Milliardensummen für Bankenschirm und Euro-Rettung nicht hinnehmbar, dass die Bundesregierung dem Mittelstand die dringend notwendige Entlastung verweigere. Ohoven schlug dazu die Steuerfreistellung aller im Betrieb verbleibenden Gewinne vor. "Auch eine Steuerstundung für Klein- und Mittelbetriebe wäre ein psychologisch wichtiges Entlastungssignal in der Krise."

Der Mittelstandspräsident erteilte allen Steuererhöhungsplänen eine klare Absage. "Eine noch höhere Steuerbelastung wäre der GAU für den Mittelstand", betonte Ohoven. Er mahnte zugleich die überfällige Reform der Mehrwertsteuer an und schlug einen einheitlichen Steuersatz von 15 Prozent auf alle Waren und Dienstleistungen vor. Dieses Modell, das zeigten Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, lasse sich aufkommensneutral für den Bundeshaushalt realisieren.

Ohoven plädierte vor dem Hintergrund der explodierenden Staatsverschuldung für eine schrittweise Steuerreform. Entscheidend sei, dass Schwarz-Gelb einen Anfang mache und einen verbindlichen Entlastungsfahrplan vorlege. "Der Mittelstand muss aus dem Würgegriff von Banken und Fiskus befreit werden. Sonst wird das zarte Pflänzchen Aufschwung die Krise nicht überleben."

Quelle: Pressemeldung Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.

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