Realistische Ernährungsideale stärken langfristig psychische und physische Gesundheit Heranwachsender

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YouTube, Instagram und TikTok verbreiten mit Clean Eating- und What I Eat in a Day-Inhalten häufig unrealistische Ernährungsideale. SpardaSurfSafe, ein Projekt der Sparda-Bank Baden-Württemberg, warnt vor den Risiken solcher Clips für heranwachsende Nutzer und erklärt, wie Algorithmen und Filterblasen einseitige Diätbotschaften verstärken. Die Initiative fördert Medienkompetenz über praxisnahe Materialpakete, Unterrichtsreihen und Elternabende, damit Kinder kritisch reflektieren, manipulative Bilder erkennen und ein belastbares, gesundes Essverhalten entwickeln können.

Digital-Detox und Quellenkritik: Jugendliche vor Diät-Fallen im Netz schützen

Instagram- und TikTok-Nutzer stoßen auf Clean Eating-, What I Eat in a Day- und kunstvoll designte Bowl-Videos, die den Eindruck vermitteln, gesunde Ernährung sei leicht umsetzbar. Die optische Perfektion täuscht jedoch über selektiv präsentierte, oft unzutreffende Ernährungsdaten hinweg. Jugendliche in Filterblasen laufen Gefahr, unrealistischen Essensidealen zu folgen und Essgewohnheiten zu entwickeln, die langfristig schaden. SpardaSurfSafe begegnet dem mit umfangreichem Schulungsmaterial, Video-Tutorials und Workshops, um Medienkompetenz aufzubauen und Essstörungsvorbeugung zu stärken.

TikTok- und Instagram-Algorithmen manipulieren jugendliches Essverhalten dauerhaft und unbemerkt

Die Algorithmen von Instagram und TikTok verstärken durch gezielte Nutzeranalyse Diät- und Abnehminhalte, indem sie sie bevorzugt einblenden. Schon eine einfache Suche nach kohlenhydratarmen oder kalorienreduzierten Rezepten genügt, um den Feed zu einer unaufhörlichen Schleife immer extremerer Abnehmtipps umzugestalten. Götz Schartner vom Verein Sicherheit im Internet e.V. betont, dass dieser permanente Content-Strom mit idealisierten Körperbildern bei Jugendlichen ein verzerrtes Selbstbild erzeugen kann, das langfristig Unzufriedenheit und Essstörungen nach sich zieht.

Kein Vorbild: Esspläne von Influencern nicht geeignet für Jugendliche

Die „What I Eat in a Day“-Formate auf Social Media präsentieren vermeintlich gesund zusammengestellte Mahlzeiten, die jedoch oft sehr niedrig im Kaloriengehalt sind und strikten Ernährungsregeln folgen. Farb- und Lichtfilter überdecken Mängel in der Lebensmittelauswahl und am echten Sättigungswert. Insbesondere Jugendliche ohne fundiertes Ernährungswissen neigen dazu, diese einseitigen Pläne zu imitieren. Das kann zu Hungerperioden, Nährstoffmangel und langfristigen Störungen des Essverhaltens führen.

Strenge Diätregeln generieren Schuldgefühle, Isolation und orthorektische Zwänge langfristig

Clean Eating fördert die Vorstellung absolut unreiner versus makelloser Lebensmittel und übersieht dabei Essstörungen wie Orthorexie. Die rigide Auswahl geeigneter Nahrungsmittel schafft ein rigides Schwarz-Weiß-Denken: „safe“ oder „gefährlich“. Jeder Bruch selbst auferlegter Essensregeln führt zu Schuld-, Versagens- und Schamgefühlen. Betroffene ziehen sich aus Angst vor Kritik und Fragen zurück und meiden soziale Mahlzeiten. Die Kombination von seelischem Druck, Isolation und Mangelernährung kann in ernste gesundheitliche Krisen münden mit Langzeitfolgen verbunden

Tragödie: Extreme Rohkost-Diäten führten zum Tod zweier Betroffener erschütternd

2023 wurde bekannt, dass die 39-jährige Influencerin Zhanna Samsonova vermutlich an einer massiven Unterernährung starb, nachdem sie vier Jahre lang ausschließlich ungekochte pflanzliche Lebensmittel konsumierte und dadurch essenzielle Nährstoffe entzog. Dieser tragische Vorfall verdeutlicht die Gefahren einer extrem restriktiven roh-veganen Ernährung. Ähnlich dramatisch endete der Versuch des russischen Rohkost-Enthusiasten Maxim Lyuty, sein Baby anhand von Sonnenlicht zu „ernähren“, was schließlich zum Tod des Säuglings führte. Ein mahnendes Beispiel für Diätstrategien.

Realistische Ernährungsideale erkennen: Medienkompetenz schützt psychische Gesundheit junger Menschen

SpardaSurfSafe setzt auf systematische Aufklärung und den Ausbau von Medienkompetenz, statt digitale Ernährungstrends zu verteufeln. Jugendliche erlernen, kritisch zu prüfen, von wem Posts stammen und ob gezeigte Mahlzeiten echt oder bearbeitet sind. Eltern und Lehrkräfte unterstützen durch offene Gespräche und gemeinsame Profilanalysen. Wichtige Ansätze umfassen die Überprüfung seriöser Quellen, gezielte Digital-Detox-Zeiten zur Pause von negativen Inhalten sowie Programme zur Stärkung der Körpervielfalt und für ein entspanntes familiäres Essklima.

Langfristige Inhaltskritik stärkt Essverhalten: SpardaSurfSafe fördert Medienkompetenz bei Jugendlichen

Mit medienpädagogischen Tools und kreativen Übungen sensibilisiert SpardaSurfSafe Jugendliche für die Risiken von Extremdiäten, Clean-Eating-Märchen und unrealistischen Körperidealen in sozialen Medien. Sie erlernen Strategien zur Quellenkritik, untersuchen algorithmische Verzerrungen und setzen evidenzbasierte Ernährungsprinzipien um. Durch Austausch und Reflexion können sie eigene Essmuster gesund gestalten. Die Einbindung von Schule, Eltern und Experten schafft ein Netzwerk der Prävention und stärkt langfristig ein bewusstes, ausgewogenes Essverhalten und fördern psychische Resilienz und körperliche Gesundheit.

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