Von April bis September bildet Görlitz eine grenzüberschreitende Festivallandschaft im Dreiländereck. Theaterklassiker treffen auf zeitgenössische Uraufführungen und internationale Ensembles. Messiaen-Konzerte im Stalag VIII A verknüpfen Musikgeschichte und Erinnerungskultur. Kirchen und Industriehallen dienen als Jazzspielorte. Das Neiße Filmfestival führt trinationalen Wettbewerb durch. COOLINARIA lädt zum deutsch-polnischen Wein- und Genussfest ein. ViaThea verwandelt Straßen zu Open-Air-Bühnen. Focus Festival und Lausitz-Festival präsentieren experimentelle und diskursive Programme. Internationale Kooperationen und Darbietungen schaffen nachhaltige Begegnungsräume.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Grenzüberschreitende Kooperationen stärken kulturellen Austausch im Dreiländereck Theaterfestival April
Im Zeitraum 21. bis 26. April 2026 präsentiert das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau ein Programm, das die Vielfalt der sächsischen Theaterproduktion abbildet. Neben bewährten Klassikern stehen Uraufführungen junger Dramatikerinnen im Fokus. Austauschprojekte mit internationalen Ensembles erweitern die Perspektiven. Die historischen Fassaden und Theaterbauten bieten reizvolle Kulissen für Inszenierungen. Das Festival spricht verschiedene Zielgruppen an und fördert den interdisziplinären Dialog zwischen Künstlern, Wissenschaftlern und theaterbegeistertem Publikum mit praxisnahen Workshops zu Dramaturgie und Rollenarbeit.
Konzerte Ausstellung und Führungen verdeutlichen Wirkung von Messiaens Schlüsselwerk
Vom 1. bis 3. Mai stellen die Messiaen-Tage Görlitz-Zgorzelec Olivier Messiaens 1941 im Kriegsgefangenenlager entstandene Komposition „Quartett auf das Ende der Zeit“ ins Zentrum. Das vielfältige Programm umfasst Konzerte an authentischen Schauplätzen, Ausstellungen mit Zeitzeugnissen, dokumentarische Führungen und moderierte Diskussionsrunden. Historische Hintergründe, musikalische Struktur und ethische Fragestellungen werden fundiert vorgestellt. Teilnehmer erleben die Kombination aus künstlerischer Präsentation und reflektierender Wissensvermittlung in eindrucksvollen Klangräumen. Sie stärken kritische Reflexion und historisches Bewusstsein.
Abendliche Jazzexperimente verschmelzen in Görlitzer sakralen und industriellen Räumen
Vom 8. Mai bis 7. Juni öffnen die Jazztage Görlitz Erfahrungen abseits konventioneller Konzertbühnen. Gotische Kirchen, Backsteinfabriken und Innenhöfe unterm alten Rathaus werden zu Experimentierfeldern für Musiker, die Improvisation und neue Klangkonzepte erforschen. Publikum und Künstler sind nahe beieinander, was unmittelbare Reaktionen und Dialog begünstigt. Die räumliche Akustik erzeugt überraschende Klangfarben und Resonanzmuster. Besucher genießen eine abwechslungsreiche Mischung aus Tradition, Avantgarde und innovativen Live-Performances für emotionale Intensität und kreative Freiheit.
Vielfältiges Filmfestival verbindet Deutschland, Polen und Tschechien zu Austausch
Vom 26. bis 31. Mai findet die 23. Ausgabe des Neiße Filmfestivals in mehr als zwanzig deutsch-polnisch-tschechischen Spielstätten statt. Drei länderübergreifende Wettbewerbe für Spielfilme, Dokumentarfilme und Kurzfilme verleihen die begehrten Neiße-Fische. Das Rahmenprogramm umfasst Screenings, Diskussionsrunden, Masterclasses und Producer-Panels, um Filmschaffende, Produzenten und Publikum in direkten Dialog zu bringen. Damit fördert das Festival die künstlerische Vernetzung und den kulturellen Austausch im Herzen Europas.
Sächsisch-polnische Weinprobe im Juni: regionale Spezialitäten und Relax-Atmosphäre inklusive
Am 20. Juni lädt die COOLINARIA in Görlitz zum grenzüberschreitenden Genussfest ein. Auf dem Postplatz stehen Weinproben aus sächsischen und polnischen Weingütern im Fokus, begleitet von regionalen Leckerbissen. Veranstalter Axel Krüger schafft damit eine Plattform für kulinarischen Dialog und gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Das luftige Open-Air-Flair unterstreichenden Live-Musikeinlagen sorgen für unbeschwerte Stimmung zwischen denkmalgeschützter Architektur und stimmungsvoll beleuchteten Weinständen mit informellen Gesprächsrunden, Weinberater-Impulsen und mobilem Catering-Angebot sowie zusätzlichen Kurzführungen in historischen Kellern.
ViaThea verwandelt Görlitz in Bühne zwischen Straßen und Höfen
Zwischen dem 2. und 4. Juli nutzen Künstler bei ViaThea öffentliche Flächen als interaktive Bühnen. Theater, Akrobatik, Musik und Performancekunst treffen auf historische Fassaden und urbanes Gefüge. Zuschauer wandern ohne feste Sitze durch ein Netzwerk aus Szenen, entdecken spontane Inszenierungen und partizipieren an bewegten Ereignissen. Das Festival schafft ein dynamisches Miteinander von künstlerischem Ausdruck und städtischer Lebenswelt, das Abwechslung, Überraschung und Partizipation verbindet sowie neue Blickwinkel auf urbaner Architektur.
Zwei Tage interdisziplinäres Festival: junge Künstler erkunden neue Klangdimensionen
Am 21. und 22. August lädt das Focus Festival in die Rabryka ein, um innovative Beiträge junger digitaler Medienarchitekten, Sounddesigner und Performancekünstler zu erkunden. Elektronisch erzeugte programmierte Sequenzen werden in Echtzeit mit immersiven Videoprojektionen und Lichtinstallationen verschränkt. Das flexible Setting bietet experimentierfreudigen Newcomern Open Stages, Mini-Labs und kollaborative Diskussionsinseln. Gäste erleben eine multisensorische Fusion aus Klang und Bild, vernetzten Kooperationen und ungezwungenem Austausch, die klassische Konzertkonventionen hinter sich lässt.
Lausitz Festival 2026: Geschöpferisch neue Formate an historischen Außenbühnen
Vom 25. August bis 14. September eröffnen sich beim Lausitz Festival einzigartige Bühnen für internationale Theater-, Musik- und Literaturproduktionen. Das Themenfeld „geschöpferisch“ fokussiert schöpferische Prozesse, in denen Künstler aus verschiedenen Kulturräumen kooperieren. Historische Veranstaltungsorte und offene Freilichtarenen bieten ein abwechslungsreiches Setting. Anspruchsvolle Darbietungen greifen globale und lokale Fragen auf. Das Festivalkonzept betont partizipative Formate, die das Publikum aktiv einbeziehen und nachhaltige Impulse für den künstlerischen Diskurs setzen mit künstlerischer Nachhaltigkeit.
Ein kontinuierlich gepflegtes Kulturprogramm und die herausragende städtebauliche Substanz der Altstadt bilden die Grundlage für Görlitz Ruf als anspruchsvolle Kulturdestination. Besucher erleben museale Dauer- und Sonderausstellungen, Konzerte in historischen Kirchen sowie avantgardistische Theaterinszenierungen vor originaler barocker Architektur. Architektenführungen erläutern denkmalpflegerische Hintergründe, während Festivals und biennale Formate den urbanen Raum temporär in interaktive Erlebnisfelder verwandeln. Damit spricht die Stadt kunstinteressierte Reisende mit gehobenen Erwartungen an.
Nach Ende der Hauptprogramme lädt ein dichtes Netz renommierter Museen mit Wechselausstellungen, Sammlungen zur Stadtgeschichte und Kunstinstallationen ein. Das Gerhart-Hauptmann-Theater präsentiert neben Klassikern avantgardistische Editionen, während der Schlesische Christkindelmarkt regionale Köstlichkeiten und traditionelles Kunsthandwerk anbietet. Die vollständig erhaltene Altstadt mit verwinkelten Gassen und historischem Stadtbild schafft einmaliges Flair. Die Dreiländerlage gewährleistet kurze Wege zu kulturellen Partnern in Polen und Tschechien und fördert grenzüberschreitende Begegnungen. Workshops, Vorträge und Festivals bereichern nachhaltig.
Bei ViaThea werden Gassen, Höfe und Plätze zu offenen Spielzonen, in denen Straßentheater, Akrobatik und Musik neue Bezüge zum urbanen Raum schaffen. Internationale Ensembles inszenieren Performances, die Passantinnen unerwartet in Erzählungen einbinden. Mobile Bühnen und temporäre Installationen ermöglichen spontane Begegnungen. Die Fusion aus Inszenierung und Alltagsarchitektur fördert unmittelbare Partizipation. Dieses Festivalmodul erweitert die konventionelle Konzertstruktur um immersive Erlebnisse und belebt den öffentlichen Raum nachhaltig. Interaktive Workshops regen direkt Mitgestaltung an.

