Die Produktion „Paris 1913-1923“ erweitert das erste Kammerkonzert der Brandenburger Symphoniker zu einer szenischen Untersuchung des Pariser Kulturlebens. Ein Bläserquintett begegnet Stummfilmaufnahmen, einer Sprechstimme und Projektionen. Am 18. Oktober 2026 entsteht auf der Studiobühne des Brandenburger Theaters ein Bild zwischen Belle Epoque und Moderne. Quellen aus der Zeit, bearbeitete Musik und Projektionen veranschaulichen, wie Krieg, Dada und Experimente die Kunstszene prägten. Der Abend eröffnet Besuchern Zugang zu Umbrüchen der Dekade.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Musiktheater zeigt Pariser Kunstszene im Wandel der Jahrzehnte 1913-1923

Alissia und Manuel (Foto: Maria Kapshushenko)
Im Zentrum steht ein Pariser Zeitraum, in dem sich Kunst und Öffentlichkeit grundlegend veränderten. Die Jahre 1913 bis 1923 umfassen den Ausklang der Belle Epoque, den Krieg und die Entstehung avantgardistischer Strömungen. Das Projekt verbindet akustische und visuelle Elemente, um diese Umbrüche nachvollziehbar darzustellen. Es verdeutlicht, dass Künstler auf Gewalt, technische Entwicklungen und veränderte Lebensbedingungen mit ungewohnten Stilmitteln, intermedialen Arbeiten und bewusstem Bruch traditioneller Erwartungen konsequent reagierten in ihrer Kunst.
Multimediales Konzert verbindet Musik, Literatur und historische Dokumente unmittelbar
Musik wird in dieser Aufführung durch Quellen und Bilder ergänzt, die den historischen Rahmen der Pariser Kunstentwicklung verdeutlichen. Auszüge aus Literatur, Korrespondenzen und Presseberichten treffen auf Stummfilmsequenzen sowie Videoprojektionen. Diese Ebenen stehen nicht im Hintergrund, sondern prägen gemeinsam mit dem instrumentalen Spiel den Ablauf. Der Besucher verfolgt dadurch keine reine Konzertfolge, sondern eine dramaturgisch gestaltete Annäherung an prägende künstlerische Ideen, gesellschaftliche Umbrüche und mediale Entwicklungen zwischen Belle Epoque, Krieg und Moderne.
Rösler verbindet Pariser Kulturgeschichte mit Klang, Bild und Sprache
Der Berliner Künstler Manuel Rösler führt die verschiedenen Gestaltungsebenen des Abends in einer Hand zusammen. Neben den eigens angefertigten Arrangements erstellt er die Kompositionen und entwickelt die dramaturgische Struktur. Auch Konzept, Regie und Audioproduktion liegen in seiner Verantwortung. Rösler ordnet historische Texte, musikalische Vorlagen, filmische Elemente und visuelle Materialien zu einer fortlaufenden Inszenierung. Das Ergebnis vermittelt die Entwicklungen der Pariser Kunstszene als verbundenes Ereignis aus Sprache, Bild und Musik eindrücklich.
Fünf Musiker und Sprecher verbinden Klang, Spiel und Projektion

Alissia und Manuel (Foto: Maria Kapshushenko)
Die Sprechstimme von Alissia Krupsky übernimmt die inhaltliche Orientierung innerhalb der Inszenierung und verknüpft die einzelnen Abschnitte. Martin Bosse-Platiere, Raguel Ott, Hanwen Liu, Johanna Ohnesorge und Vitaliy Shlyakhov bilden das Bläserquintett der Brandenburger Symphoniker. Ihre Instrumente sind Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott. Die Musiker gestalten das Programm im Zusammenspiel mit darstellerischen Vorgängen und projizierten Filmbildern. Dadurch werden musikalische Ausführung, sprachliche Vermittlung und visuelle Ebene zu einer einheitlichen Aufführungsform verbunden.
Studiobühne zeigt nachgeholtes Projekt am 18. Oktober 2026 abends
Nachdem die geplante Präsentation in der vergangenen Spielzeit nicht stattfinden konnte, wird sie im Oktober 2026 durchgeführt. Die Veranstaltung ist am Sonntag, 18. Oktober, von 18 bis 20 Uhr angesetzt. Sie findet auf der Studiobühne des Brandenburger Theaters statt. Besucher erreichen den Veranstaltungsort unter der Adresse Grabenstraße 14, 14776 Brandenburg an der Havel. Für die Aufführung ist somit ein klar festgelegter Zeitraum von zwei Stunden vorgesehen und verbindlich angekündigt worden.
Im Mittelpunkt von „Paris 1913-1923“ steht die Verbindung mehrerer künstlerischer und historischer Ebenen. Das Bläserquintett gestaltet die musikalische Grundlage, während eine Sprechstimme, Filmausschnitte und schriftliche Zeitzeugnisse zusätzliche Perspektiven eröffnen. Aus diesen Elementen entsteht kein herkömmliches Konzert, sondern eine durchinszenierte Annäherung an die Pariser Kulturgeschichte. Musik, Bild und Text erläutern einander und machen ästhetische Entwicklungen der Jahre zwischen 1913 und 1923 für den Besucher anschaulich. Die Aufführung verbindet Information mit sinnlicher Wirkung.

