Am 6. Oktober 2026 beginnt die erste musikalische Lesereihe des Eduard-von-Winterstein-Theaters in der Spielzeit 2026_2027. Die Veranstaltung eröffnet einen Zyklus mit drei Reihen. Ihre inhaltliche Klammer ist die Hoffnung, die als philosophische Haltung, biografische Erfahrung und politischer Anspruch erscheint. Die literarische Vorlage spielt in den amerikanischen Südstaaten während der Weltwirtschaftskrise. Durch Schauspiel und Klaviermusik wird der Text szenisch und musikalisch erschlossen. Fünf Orte im Erzgebirge und moderate Eintrittspreise ermöglichen niedrigschwelligen Besuch.
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Lesung verbindet Wittgensteins Hoffnungsgedanken mit persönlichen und gesellschaftlichen Erfahrungen
Im Mittelpunkt der Lesereihe steht die Ambivalenz der Hoffnung. Sie wird als Kraft verstanden, die Menschen bei Mangel und Unsicherheit eine Perspektive eröffnen kann, ohne ihnen deren Erfüllung zu garantieren. Der Bezug auf Ludwig Wittgenstein verdeutlicht den philosophischen Ansatz: Hoffen gehört zur menschlichen Existenz und geht über instinktive Bedürfnisse hinaus. Die Veranstaltung fragt nach den Folgen dieser Fähigkeit. Denn Hoffnung spendet Halt, macht den Hoffenden aber zugleich abhängig von Entwicklungen.
Die Handlung verknüpft persönliche Hoffnung mit sozialer amerikanischer Enttäuschung
Die erste Station der Reihe erzählt von Hoffnung unter den Bedingungen der Weltwirtschaftskrise. Lena Grove reist als werdende Mutter durch die Südstaaten und versucht, einen Wanderarbeiter wiederzufinden. Zwischen beiden liegt eine frühere Liebesbegegnung, deren Bedeutung sie nicht aufgeben will. Der Gesuchte weiß weder von dem Kind noch von der Verantwortung, die ihn erwartet. Die Handlung verbindet diese persönliche Suche mit einer Landschaft voller anhaltender Erinnerungen an Krieg und gescheiterte Versprechen.
Die Lesung erhält durch Klaviermusik eine zusätzliche emotionale Dimension
Bei dieser Veranstaltung steht die gemeinsame Wirkung von Literatur und Musik im Vordergrund. Die Schauspieler Jakob Kajetan Hofbauer und Gisa Kümmerling lesen den Text und gestalten seine Situationen mit interpretatorischer Genauigkeit. Peggy Einfeldt begleitet sie am Klavier und entwickelt musikalische Übergänge zwischen den Textabschnitten. Marco Süß übernimmt die künstlerische Leitung sowie die dramaturgische Abstimmung. Der Besucher erhält dadurch eine Aufführung, in der Stimme, Instrument und Text einander ergänzen und wirken.
Drei Kulturorte präsentieren Lesungen vom sechsten bis achten Oktober
Mit der Villa Facius, der Galerie der anderen Art und Schloss Wildeck nutzt die Reihe drei kulturhistorisch geprägte Orte. Der Termin in der Villa Facius in Lugau ist für Dienstag, 6. Oktober 2026, 19.00 Uhr vorgesehen; die Adresse lautet Hohensteiner Straße 2. Am Mittwoch, 7. Oktober, beginnt die Veranstaltung in Aue-Bad Schlema um 18.00 Uhr. Zschopau folgt am Donnerstag, 8. Oktober, um 19.00 Uhr im Grünen Saal von Schloss Wildeck.
Bergmagazin Marienberg schließt Veranstaltungsreihe am 15. Oktober um 19.30 Uhr
Mit dem Termin in der Alten Brauerei Annaberg-Buchholz erreicht die Lesereihe am 14. Oktober 2026 einen weiteren Kulturort der Region. Die Darbietung an der Geyersdorfer Straße 34 beginnt um 20.00 Uhr. Am 15. Oktober folgt im Bergmagazin Marienberg der Abschluss. Beginn ist dort um 19.30 Uhr; die Adresse lautet Am Kaiserteich 3. Beide Einrichtungen bieten einen räumlichen Kontext, in dem sich die Aufführung mit Erinnerungen, Umgebung und kultureller Infrastruktur verbindet.
Servicebüro der Theatergesellschaft verkauft Karten für alle Lesetermine zentral
Karten für die Aufführungen können sowohl im Vorverkauf als auch am Veranstaltungsabend erworben werden. Der Standardpreis beträgt 8,00 Euro; berechtigte Personen erhalten eine Ermäßigung auf 5,00 Euro. Das Servicebüro der Erzgebirgischen Theater- und Orchester GmbH übernimmt den Vorverkauf am Standort Markt 9 in Annaberg-Buchholz. Es ist unter der Telefonnummer 03733 1407-131 erreichbar und nimmt Anfragen per E-Mail unter service@erzgebirgische.theater entgegen. Die Abendkasse am Ort bietet Kaufmöglichkeit, nur im Rahmen der Sitzplatzkapazität.
Das Programm bietet Lesern die Möglichkeit, einen literarischen Text über existenzielle Erwartungen in einer gestalteten Aufführung zu erfahren. Gesprochene Passagen erhalten durch die Mitwirkung von Schauspielern eine dramatische Kontur, während die Klaviermusik Stimmungen und Übergänge unterstützt. Neben dem künstlerischen Konzept prägt die regionale Verteilung die Reihe: Fünf Veranstaltungsorte im Erzgebirge stehen zur Auswahl. Mit erschwinglichen Karten richtet sich das Theater an ein Publikum und erleichtert den Zugang zu anspruchsvoller Literatur.

